Billig tanken im Kanton Luzern

200 Tankstellen im schweizer Kanton Luzern wurden von der Luzerner Zeitung auf ihre Benzinpreise abgeklopft. Getestet wurde am 13. August 2019 und es kam zu einem maximalen Unterschied von 22,9 Rappen pro Liter Super 95. Ein Preisvergleich zahlt sich demnach also aus, denn bei einem 50-Liter-Tank ergibt das in Summe eine Differenz von 11,45 SFr.

Im Speziellen sind größere Städte wie Luzern oder Kriens bei Preisen im Schnitt von etwa 1,62 SFr. pro Liter teurer als bspw. Meggen, Malters oder Emmen, wo bis zu 5 Rappen weniger bezahlt werden. Noch teurer wird es auf Autobahnen oder in der Nähe zu Ausfahrten. Bei Coop an der Autobahnabfahrt Dagmersellen werden 1,63 SFr. verlangt, währen in der Stadt der Liter nur mehr 1,60 kostet. Der Preisunterschied erklärt sich laut Betreiber damit, dass die Tankstellen an Autobahnraststätten am größten und aufwändigsten im Betrieb seien. Umgekehrt ist aber die Abgelegenheit eines Ortes kein Kriterium für billigen Sprit, denn da ist der Benzin manchmal um 7 Rappen teurer als in größeren Gemeinden.

Auch innerhalb der selben Kette gibt es Unterschiede im Preis. Beispielsweise verlangt Agrola in Emmen 1,56 SFr. pro Liter, aber in Buchrain, Knutwil oder Rothenburg 1,63 Sfr. Bei Avia beträgt der Preisunterschied sogar bis zu 16 Rappen, wenn an der Autobahnraststätte Luzern-Neuenkirch 1,729 SFr. verlangt werden.

Der Benzinpreis variiert deswegen so stark, weil manche Tankstellen ihren Shop als Frequenzbringer nutzen, wie es Coop mit Pronto vorzeigt. Andere Anbieter sind bereit faktisch nichts mehr mit dem Sprit zu verdienen, machen aber Umsätze mit den erwähnten Shops oder Zusatzangeboten wie Waschanlagen oder Imbissen. Kleine Anbieter ohne Zusatzangebote verschwinden deshalb zusehends, vor allem, wenn ihre Tankstelle keine gute Frequenz oder starke Konkurrenz vor Ort hat.

Auffallend bei der Überprüfung der Preise war, dass es in einigen Orten nahezu idente Preise gab. Dazu gehörten zum Beispiel Ebikon, Meggen oder Reiden, wo sich vier Tankstellen den Markt teilen. Der Verdacht nach einer Preisabsprache würde naheliegen, aber die Tankstellenbetreiber dementieren. Alle betonen, dass das kartellrechtlich verboten ist. Der Grund für ähnliche oder idente Preise wäre hingegen, dass alle Anbieter vom gleichen Markt beziehen und die Großhandelspreise wenig Spielraum in der Preisgestaltung zuließen.

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