Der Anfang vom Ende der Diesel- und Benzinmotoren

Der Klimawandel stellt uns vor unvergleichliche Herausforderungen. Als Teil davon werden Maßnahmen im Individualverkehr überlegt, der 2015 zu den weltweiten CO²-Emissionen mit knapp 18 % beigetragen hat. Dabei liegt er noch klar vor Luft- und Schifffahrt, die zusammen auf etwas mehr als 5 % kommen. Österreich hat sich deshalb verpflichtet seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 2005 um mindestens 36 % zu reduzieren. Im deutschen „Klimaschutzplan 2050“ ist sogar eine Reduktion von mindestens 55 % bis 2030 das Ziel.

Anteil der Verkehrsträger an den weltweiten CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe im Jahr 2015 – Quelle: statista.com

Um diese ambitionierten und wichtigen Ziele zu erreichen, haben bereits jetzt einige europäische Staaten langfristige Pläne für Fahr- oder Verkaufsverbote für Verbrennungsmotoren entwickelt. 14 Länder wollen ab 2030 bis 2040 überhaupt keine neuen Diesel- oder Benzinautos mehr zulassen. Über 200 Städte haben individuelle Maßnahmen angekündigt, um den motorisierten Individualverkehr zu begrenzen. Dazu gehören auch Fahrverbote für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Greenpeace hat diese Ankündigungen und Beschlüsse grafisch aufbereitet und stellt sie in einer interaktiven Karte zu Verfügung. Auffällig ist, dass es in der Auto-Hochburg Deutschland nur einige dutzend Städte mit geplanten Einschränkungen gibt. In Österreich wird überhaupt nur die Wiener Mariahilfer Straße als autofreie Zone erwähnt und in der Schweiz gibt es anscheinend überhaupt keine öffentlichen Pläne.

Anmerkung: die eingebettete Karte zeigt möglicherweise einen aktualisierten Datenstand, der mit der Beschreibung im Text nicht mehr übereinstimmt

Alle Beteiligten, wie Staat, Autohersteller, Infrastrukturanbieter und nicht zuletzt der Bürger stehen mit dem Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor vor Herausforderungen. Es bedeutet den Abgang vom Erdöl, das unsere Wirtschaft seit dem zweiten Weltkrieg in ungeheurem Ausmaß geprägt hat und noch immer prägt. Als buchstäblich treibende Kraft hat es in Europa und weltweit Wohlstand für breite Massen ermöglicht, der in der Menschheitsgeschichte vorher so nicht bekannt war. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe ist es nun umso wichtiger Erdöl durch regenerative Energien zu ersetzen.

Die größte Herausforderung dabei wird es sein den sozialen Frieden zu sichern, wenn Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren, weil sie direkt oder indirekt von einer Erdöl-basierten Wirtschaft abhängig sind. Dazu gehören nur beispielsweise der Fernfahrer, der Techniker im Auto-Konzern oder der Tankwart. Nicht zuletzt gehört aber jeder Mensch dazu, der von seinem Auto abhängig ist, um den Lebensunterhalt verdienen zu können. Ein Wandel im Denken und Handeln stellt die Gesellschaft immer vor große Herausforderungen. Es ist aber an der Zeit diesen für Einzelne möglicherweise schmerzhaften Schritt zu gehen, um eine Welt für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten, wie wir sie noch kennengelernt haben.

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